ProofedMesh/docs/architecture/v1.1.md

719 lines
38 KiB
Markdown
Raw Normal View History

# Technische Zielarchitektur: Vertrauenswürdige Kommunikation zwischen Menschen, KI-Agenten und beliebigen Prozess-Senken
**Status:** Architekturvorschlag V1.1 (aktive Diskussionsgrundlage)
**Vorgänger:** [`v1.0.md`](v1.0.md) — ursprünglicher Entwurf (unverändert archiviert)
**Letzte Änderung:** Paralleler Lesepfad eingezogen — Agenten holen Vorab-Informationen aus registrierten **Datenquellen** über das gleiche Trust-Modell wie bei Senken (Query Attestations, Session Scope Tokens). Erster produktiver Rollout: eigene DB-App als Quelle UND Senke.
Diese Lösung wird als **Identity-Aware Agent Messaging Platform** konzipiert: eine Plattform, die Benutzerfreigaben, delegierte Berechtigungen und sämtliche Verarbeitungsschritte kryptografisch nachvollziehbar macht — inkl. der *Lesezugriffe*, die ein Agent vor der eigentlichen Freigabe durchführt, um dem Benutzer sinnvolle Vorschläge zu machen.
Die zentrale Designentscheidung lautet:
> **Der Benutzer autorisiert den ursprünglichen Geschäftsinhalt. Jeder Agent attestiert anschließend seine eigene Verarbeitung — inkl. jedes Datenzugriffs, der die Vorschlagsgrundlage geformt hat. Die empfangende Senke überprüft die vollständige Kette, bevor sie eine Aktion ausführt.**
Dabei werden Identität, Berechtigung, Verarbeitung und Nachrichtentransport strikt getrennt.
## 0. Änderungen seit V1.0
Diese Revision setzt die Richtungsentscheidungen der bisherigen Review-Runden um:
- **Scope Evidence Store:** kein rechtssicherer, kein WORM-/GoBD-Anspruch. Ziel ist der kryptografische Nachweis einer unverfälschten Kommunikation während eines begrenzten Zeitraums (Default: 1 Jahr).
- **PII-Trennung:** verbindlich. Attestierungen enthalten nur Hashes und Referenzen; personenbezogene Inhalte liegen in einem separaten, redaktionierbaren PII-Store.
- **IdP:** Pocket ID wird einziger IdP — für Menschen und Agenten (`client_credentials`-Grant). Kein Keycloak.
- **Content Binding:** verbindliches UX-/Signatur-Protokoll (WebAuthn über Content-Hash + visuelle Prüfziffer).
- **Workload-Identität:** doppelte Prüfung — Pocket-ID-Token plus K8s-ServiceAccount-Token.
- **Schlüsselbund-Scope:** Rotation Default 90 Tage × Retention 1 Jahr → max. ~5 aktive Schlüssel pro Agent.
- **Transparency Log:** Trillian + PostgreSQL.
- **Replay-Schutz und fachliche Integritätsprüfung:** verbindliche Abschnitte.
- **Transport:** Matrix nur optional (Phase 6) für Mensch-Chat; Agent↔Agent über HTTPS/mTLS + NATS JetStream.
- **Signing Service:** eigenes Deployment ab Tag 1.
- **predicateType-Namespace:** `https://basicstack.de/attestations/<domain>/<version>`.
- **Senken-Generalisierung:** SAP ist eine von vielen möglichen Senken. Trust-Core senken-agnostisch. Senken-Adapter sind Plug-ins mit festem Vertrag.
- **🆕 Datenquellen und paralleler Lesepfad:** Agenten holen während der Vorbereitung Informationen aus registrierten **Datenquellen** (Section 3b, 4.5a) über das gleiche Vertrauens- und Autorisierungsmodell wie bei Senken. Jede Abfrage erzeugt eine **Query Attestation**; die Benutzerfreigabe bindet an diese Query-Materialien.
- **🆕 Session Scope Tokens:** Session-gebundene, kurzlebige Delegations-Tokens, mit denen Agenten „im Auftrag von Benutzer X in Session S" lesen dürfen. Siehe Abschnitt 3c.
- **🆕 Erster produktiver Rollout:** **eigene kleine Go-DB-App** (`sink:expense-db-app` + `ds:expense-db-app`) als kombinierte Quelle und Senke. SAP folgt später.
## 1. Zielarchitektur
Logische Komponentenübersicht, keine direkte Netzwerktopologie. Der Prozess hat **zwei Pfade**, die beide über denselben Trust-Core abgesichert sind:
- **Schreibpfad (Senke):** Approval → Agent-Attestierungen → Verification → Senken-Adapter → signierter Übergabenachweis.
- **Lesepfad (Datenquelle):** Agent → Session Scope Token → Datenquellen-Adapter → signierte Query Attestation. Query-Materialien gehen als Eingaben in die nachfolgenden Attestierungen und in die Benutzerfreigabe ein.
Der Transport (HTTPS/mTLS + NATS, optional Matrix) überträgt nur Referenzen und Nachrichten — nie die Vertrauensentscheidung.
Senken sind nach außen offene Zielsysteme — ERP, eigene Datenbankanwendungen, HTTP-Webhooks, Message-Queues, Dateiablage u.a. Datenquellen sind nach außen offene Lesesysteme — eigene DBs, HR-Systeme, Projektmanagement-APIs, SAP-OData-Reads u.a. Beide Typen folgen demselben Adapter-Vertrag.
## 2. Die sechs Architekturprinzipien
1. **Unveränderliche Benutzerfreigabe** — ein vertrauenswürdiger Dienst bestätigt den konkret autorisierten Geschäftsinhalt.
2. **Eigene Identität jedes Agenten** — jeder Agent besitzt eine separate kryptografische Identität und signiert seine eigenen Verarbeitungsschritte.
3. **Verkettete Attestierungen** — jeder Verarbeitungsschritt referenziert exakte Eingabe- und Ausgabe-Hashes; Lesezugriffe werden ebenfalls attestiert und als Materialien verkettet.
4. **Unabhängige Autorisierung** — eine Signatur allein erteilt keine Berechtigung; eine Policy Engine kontrolliert erlaubte Transformationen, Lesezugriffe und Senken-Aktionen.
5. **Transportneutralität** — Nachweise funktionieren über HTTP, NATS, Queue oder Matrix.
6. **Quellen- und Senken-Neutralität** — Trust-Core und Verifikationspfad kennen keine konkrete Quellen- oder Senken-Semantik; beide sind Plug-ins mit festem Vertrag.
## 3. Konkrete technische Komponenten
| Dienst | Technologie | Verantwortung |
| --------------------------- | ---------------------------------- | ------------------------------------------------------------- |
| Identity Provider | **Pocket ID** | Benutzeranmeldung (Passkey) und Agent-Clients (OIDC) |
| Approval Service | Go, REST API | Inhaltsgebundene Benutzerfreigabe |
| **Session Scope Token Svc** | Go (Teil des trust-api) | **Short-lived Delegations-Tokens „Agent X im Auftrag von User Y in Session S für Scope Z"** |
| Agent Registry | PostgreSQL | Agentenidentitäten, Schlüsselhistorie, Berechtigungen |
| Signing Service | Go + OpenBao (Transit) | DSSE-Signaturen, verifiziert Agenten-Identität doppelt |
| Attestation Service | Go + in-toto | Verarbeitungsschritte und Lesezugriffe dokumentieren |
| Policy Decision Point | Open Policy Agent (OPA) | Berechtigungen für Transformationen, Lesezugriffe, Senken |
| Verification Service | Go | Gesamte Vertrauenskette überprüfen |
| Transparency Log | **Trillian + PostgreSQL** | Append-only Merkle-Log mit Inclusion Proofs |
| Message Transport | HTTPS/mTLS + **NATS JetStream** | Agent↔Agent-Kommunikation |
| Chat Transport (opt.) | Matrix/Synapse | Mensch↔Agent-Chat (nur Phase 6) |
| **Sink Registry** | PostgreSQL | Registrierte Senken, Adapter-Metadaten, Audience-Keys |
| **Data Source Registry** | PostgreSQL | **Registrierte Datenquellen, erlaubte Query-Patterns, PII-Klassifikation** |
| Senken-Adapter | pro Senke; siehe Abschnitt 7 | Übersetzt verifizierte Decision in Senken-Aktion |
| **Datenquellen-Adapter** | **pro Quelle; siehe Abschnitt 7a** | **Prüft Scope-Token + Policy, führt Query aus, erzeugt Query Attestation** |
| Evidence Store | PostgreSQL (Metadaten) + S3 | DSSE-Envelopes und Attestate (Retention: 1 Jahr) |
| PII-Store | Verschlüsselt in S3 | Belege, Geschäftsdaten UND Query-Ergebnisse mit PII — redaktionierbar |
Approval, Session Scope Token Service, Attestation, Registry (Agent + Sink + Data Source) und Verification laufen in **einem modularen Go-Dienst** (`trust-api`). Signing Service läuft als eigenes Deployment. Senken- und Datenquellen-Adapter laufen pro Typ (oft als derselbe Prozess, wenn eine Komponente beides anbietet — siehe 7.2).
### 3a. Identity Provider: Pocket ID allein genügt
Pocket ID unterstützt neben dem Authorization-Code-Flow auch den OIDC `client_credentials`-Grant (`POST /api/oidc/token`) und bietet Standard-OIDC-Discovery inkl. JWKS unter `https://auth.basicstack.de/.well-known/openid-configuration`.
- **Menschen** melden sich per Passkey an.
- **Agenten** sind in Pocket ID als OIDC-Clients registriert; holen sich kurzlebige Access-Tokens per `client_credentials`.
- **Senken und Datenquellen** verifizieren per Pocket-ID-JWKS.
Keine Federation nötig.
### 3b. Data Source Registry
Datenquellen sind registrierte Entitäten mit stabiler ID, erlaubten Query-Patterns und PII-Klassifikation.
```sql
CREATE TABLE data_sources (
data_source_id TEXT PRIMARY KEY, -- z.B. "ds:expense-db-app"
display_name TEXT NOT NULL,
adapter_kind TEXT NOT NULL, -- "db_app" | "http_api" | "sap_odata" | "custom"
endpoint_url TEXT,
owner_team TEXT NOT NULL,
pii_class TEXT NOT NULL, -- "none" | "indirect" | "direct"
created_at TIMESTAMPTZ NOT NULL,
retired_at TIMESTAMPTZ
);
CREATE TABLE data_source_resources (
data_source_id TEXT NOT NULL REFERENCES data_sources(data_source_id),
resource TEXT NOT NULL, -- z.B. "project_assignments", "cost_centers"
allowed_filters TEXT[] NOT NULL, -- z.B. ["employee_id", "project_code"]
returns_pii BOOLEAN NOT NULL,
schema_name TEXT NOT NULL,
schema_version TEXT NOT NULL,
PRIMARY KEY (data_source_id, resource)
);
```
Pro Agent-Datenquellen-Kombination gibt es OPA-Regeln (siehe Abschnitt 6).
### 3c. Session Scope Tokens — Delegation „Agent im Auftrag von Benutzer"
Problem: Der Lese-Agent muss der Datenquelle beweisen, dass er für Benutzer Y in Session S liest — nicht nur, dass er irgendein Agent ist.
Lösung: Der **Session Scope Token Service** (Teil von `trust-api`) stellt kurzlebige, signierte Delegations-Tokens aus. Technisch ein JWT mit `act`-Claim nach RFC 8693 (OAuth 2.0 Token Exchange — die Semantik, nicht der volle Flow).
Ablauf:
1. Benutzer meldet sich per Pocket ID an und startet eine Session im Approval Service (`POST /api/v1/sessions`). Approval Service hält `session_id`, `user_sub`, `active_until`.
2. Agent A will für diese Session eine Datenquelle lesen. Er ruft:
```
POST /api/v1/session-scope-tokens
Authorization: Bearer <agent-pocket-id-token>
X-Workload-Token: <k8s-sa-token>
Content-Type: application/json
```
```json
{
"session_id": "SES-2026-10-25-abc",
"requested_scope": {
"data_source": "ds:expense-db-app",
"resource": "project_assignments",
"filters": { "employee_id": "<EMP from session>" },
"operation": "read"
},
"ttl_seconds": 300
}
```
3. Der Service prüft:
- beide Agent-Credentials (Pocket-ID + K8s SA) → `agent_id`;
- OPA: darf `agent_id` die angeforderte Operation auf dieser Datenquelle im Namen *dieses konkreten Benutzers* ausführen? (z.B. „nur eigene Projekte, nicht fremde");
- Session aktiv und valide?
4. Rückgabe: Scope-Token (JWT), signiert vom trust-api-Schlüssel:
```json
{
"iss": "https://trust.basicstack.de",
"sub": "agent-travel",
"act": {
"iss": "https://auth.basicstack.de",
"sub": "user-12345",
"session_id": "SES-2026-10-25-abc"
},
"scope": {
"data_source": "ds:expense-db-app",
"resource": "project_assignments",
"filters": { "employee_id": "EMP-12345" },
"operation": "read"
},
"jti": "<unique>",
"iat": 1735120000,
"exp": 1735120300
}
```
5. Agent A ruft die Datenquelle: `GET https://expense-db-adapter/api/v1/project_assignments?employee_id=EMP-12345` mit Header `Authorization: Bearer <scope-token>`.
6. Datenquellen-Adapter prüft Scope-Token (Signatur gegen trust-api-JWKS, `exp`, `scope` deckt den Request), führt die Abfrage aus und schreibt eine **Query Attestation** (siehe 4.5a).
Vorteile:
- Datenquellen müssen weder Session-State noch Benutzer-Authentifizierung selbst halten — nur Token verifizieren.
- OPA entscheidet zentral, welche Agent-Benutzer-Kombinationen welche Lesescopes bekommen.
- Kompromittierte Agent-Credentials erlauben nur die Scopes, die vom Session Scope Token Service herausgegeben wurden — nicht die Weltlese-Erlaubnis.
## 4. Datenmodell der Vertrauenskette
Jeder Vorgang erhält eine unveränderliche `workflow_id`. Jede Fassung der Daten wird als eigenes Artefakt mit SHA-256-Hash gespeichert. PII bleibt im separaten PII-Store; Attestierungen enthalten nur Hashes und Referenzen.
### Vertrauens- und Verarbeitungskette (am Beispiel Reisekosten → eigene DB-App als erster Rollout)
0. **Session-Start.** Benutzer meldet sich per Passkey an, Agent-Travel beginnt den Chat.
1. **Vorab-Lesezugriffe (parallel-Pfad).** Agent-Travel holt sich pro Lesezugriff ein Session Scope Token und ruft die Datenquelle (z.B. `ds:expense-db-app`, Resource `project_assignments`). Jeder Zugriff erzeugt eine **Query Attestation** (siehe 4.5a). Der User sieht die zurückgelieferten Vorschläge und wählt (z.B. ein Projekt).
2. **Benutzerfreigabe.** Approval Service bindet die Signatur an den Hash des Inhalts, den der Benutzer per Content Binding bestätigt hat, UND an die Materialien-Hashes der oben erzeugten Query Attestations (siehe 4.1).
3. **Agent A: Vorbereitung.** Agent-Travel signiert eine Transform-Attestierung über Eingabe-Hash, Ausgabe-Hash, Transformationsart, Freigabe-Referenz und die genutzten Query-Materialien.
4. **Agent B: Mapping.** Agent-Sink-Mapping führt eigene Lesezugriffe durch (z.B. Kontierungsvorschläge → neue Query Attestations), transformiert, signiert.
5. **Agent C: Übergabe.** Agent-Sink-Posting verifiziert die komplette Kette, übergibt an den Senken-Adapter, erzeugt den signierten Übergabenachweis.
### 4.0 Content Binding bei der Benutzerfreigabe
Risiko: der Browser könnte dem Benutzer etwas anderes zeigen als dem Approval Service. Verbindlicher Ablauf:
1. Approval Service rendert den Freigabe-Inhalt serverseitig, berechnet SHA-256 `H_content` und speichert `(session_id, H_content, salt, challenge_nonce)`.
2. Browser zeigt den Inhalt *und* eine aus `H_content + challenge_nonce` abgeleitete menschenlesbare Prüfziffer.
3. Benutzer bestätigt per Passkey (WebAuthn-Assertion über `challenge_nonce || H_content`).
4. Approval Service verifiziert die WebAuthn-Assertion und erzeugt die DSSE-signierte Approval-Attestierung.
### 4.1 Benutzerfreigabe (DSSE-Statement, inkl. Query-Materialien)
Neu: `materials` referenziert die Query Attestations, deren Ergebnisse die Vorschlagsgrundlage für den Benutzer waren.
```json
{
"_type": "https://in-toto.io/Statement/v1",
"subject": [
{
"name": "expense/EXP-2026-0042/v1",
"digest": { "sha256": "<content hash>" }
}
],
"predicateType": "https://basicstack.de/attestations/approval/v1",
"predicate": {
"workflow_id": "WF-0042",
"approval_id": "APR-0042",
"schema": { "name": "expense.canonical", "version": "1.0.0" },
"issuer": "approval-service",
"user": {
"iss": "https://auth.basicstack.de",
"sub": "user-12345"
},
"content_binding": {
"method": "webauthn-content-hash-v1",
"assertion_hash": "sha256:<webauthn assertion hash>",
"verification_code": "F3K-9MQ"
},
"materials": [
{
"name": "query/project_assignments/employee=EMP-12345",
"sha256": "<result_hash>",
"attestation_ref": "sha256:<query attestation hash>"
},
{
"name": "query/cost_centers/active-for-EMP-12345",
"sha256": "<result_hash>",
"attestation_ref": "sha256:<query attestation hash>"
}
],
"action": "expense.submit",
"audience": "sink:expense-db-app",
"allowed_transformations": ["expense.normalize", "expense.map_to_sink"],
"allowed_sinks": ["sink:expense-db-app"],
"nonce": "<base64 nonce>",
"issued_at": "2026-10-25T10:30:00Z",
"expires_at": "2026-11-01T00:00:00Z"
}
}
```
Verifikation (Abschnitt 5) prüft, dass genau die hier referenzierten Query Attestations existieren, gültig signiert sind und ihre Ergebnisse den im Freigabeinhalt verwendeten Werten entsprechen (z.B. „das ausgewählte Projekt ist tatsächlich in der Ergebnisliste").
### 4.2 Signatur mit DSSE
```json
{
"payloadType": "application/vnd.in-toto+json",
"payload": "<base64-encoded statement>",
"signatures": [
{ "keyid": "approval-service-key-2026-q4", "sig": "<base64-encoded signature>" }
]
}
```
### 4.3 Transformations-Attestierung (Agent B, Mapping)
Neue Felder: `read_materials` referenziert Query Attestations, die diese Transformation genutzt hat.
```json
{
"_type": "https://in-toto.io/Statement/v1",
"subject": [
{ "name": "expense/EXP-2026-0042/sink-payload", "digest": { "sha256": "<output hash>" } }
],
"predicateType": "https://basicstack.de/attestations/transform/v1",
"predicate": {
"workflow_id": "WF-0042",
"actor": "agent-sink-mapping",
"operation": "expense.map_to_sink",
"sink_target": "sink:expense-db-app",
"materials": [
{ "name": "expense/EXP-2026-0042/normalized", "sha256": "<input hash>" }
],
"read_materials": [
{ "name": "query/account_assignments/project=P-42",
"sha256": "<result_hash>",
"attestation_ref": "sha256:<query attestation hash>" }
],
"parent_attestation": "sha256:<previous proof hash>",
"approval_ref": "APR-0042",
"schema": {
"input": { "name": "expense.canonical", "version": "1.0.0" },
"output": { "name": "sink.db.expense", "version": "1.0.0" }
},
"transform_version": "1.3.0",
"issued_at": "2026-10-25T10:31:15Z"
}
}
```
### 4.4 Agentenregistrierung und Schlüsselhistorie
Jeder Agent ist in zwei Systemen eingetragen:
- Pocket ID: als OIDC-Client (`client_id`, `client_secret` im K8s-Secret).
- Agent Registry (Postgres): Identität plus Signatur-Schlüsselhistorie.
```sql
CREATE TABLE agents (
agent_id TEXT PRIMARY KEY,
pocket_id_client TEXT UNIQUE NOT NULL,
k8s_namespace TEXT NOT NULL,
k8s_service_account TEXT NOT NULL,
display_name TEXT NOT NULL,
allowed_actions TEXT[] NOT NULL,
created_at TIMESTAMPTZ NOT NULL
);
CREATE TABLE agent_keys (
key_id TEXT PRIMARY KEY,
agent_id TEXT NOT NULL REFERENCES agents(agent_id),
public_key_pem TEXT NOT NULL,
valid_from TIMESTAMPTZ NOT NULL,
valid_to TIMESTAMPTZ NOT NULL,
revoked_at TIMESTAMPTZ,
revocation_reason TEXT,
archived_at TIMESTAMPTZ
);
CREATE INDEX idx_agent_keys_lookup
ON agent_keys (agent_id, archived_at)
WHERE archived_at IS NULL;
```
Validierung alter Attestierungen nutzt den Schlüssel, der zur `issued_at` galt (TUF-Pattern). Rotation Default 90 Tage × Retention 1 Jahr → max. ~5 nicht-archivierte Schlüssel/Agent.
### 4.5 Sink Registry
```sql
CREATE TABLE sinks (
sink_id TEXT PRIMARY KEY, -- z.B. "sink:expense-db-app"
display_name TEXT NOT NULL,
adapter_kind TEXT NOT NULL, -- "sap_abap" | "db_app" | "http_webhook" | "message_queue" | "file_drop" | "custom"
endpoint_url TEXT,
idempotency_scope TEXT NOT NULL,
callback_pubkey_pem TEXT,
allowed_actions TEXT[] NOT NULL,
owner_team TEXT NOT NULL,
created_at TIMESTAMPTZ NOT NULL,
retired_at TIMESTAMPTZ
);
```
### 4.5a Query Attestation (Lesezugriffs-Nachweis)
Jeder Lesezugriff eines Agenten auf eine Datenquelle erzeugt eine signierte Query Attestation. Die Attestierung enthält Query-Parameter und einen deterministischen Hash der Rückgabe — nicht die Rückgabe selbst (PII bleibt im PII-Store).
```json
{
"_type": "https://in-toto.io/Statement/v1",
"subject": [
{
"name": "query/project_assignments/employee=EMP-12345",
"digest": { "sha256": "<hash of (query_params || result_hash)>" }
}
],
"predicateType": "https://basicstack.de/attestations/query/v1",
"predicate": {
"workflow_id": "WF-0042",
"session_id": "SES-2026-10-25-abc",
"actor": "agent-travel",
"data_source": "ds:expense-db-app",
"operation": "data_source.read",
"query": {
"resource": "project_assignments",
"filters": { "employee_id": "EMP-12345" },
"query_hash": "sha256:<canonicalized query>"
},
"result": {
"row_count": 3,
"result_hash": "sha256:<canonicalized result rows>",
"pii_class": "indirect",
"pii_store_ref": "s3://pii-store/queries/WF-0042/SES-abc/<uuid>.json"
},
"on_behalf_of": {
"iss": "https://auth.basicstack.de",
"sub": "user-12345"
},
"session_scope_token_jti": "<jti of the scope token used>",
"schema": { "name": "ds.expense.project_assignment", "version": "1.0.0" },
"issued_at": "2026-10-25T10:28:12Z"
}
}
```
Wesentlich: Die Query Attestation wird **vom Datenquellen-Adapter** erzeugt und signiert (nicht vom Agenten), damit der Agent nicht die Rückgabe fälschen kann. Der Adapter benutzt seinen eigenen Schlüssel (`ds-adapter-<name>-key-<rev>`), der in der Agent Registry mit `agent_id = "ds-adapter:<name>"` registriert ist.
Der PII-Anteil der Rückgabe landet im PII-Store unter `pii_store_ref`; dort gelten die normalen Retention- und Löschregeln. Verifikation nach Löschung: die Signaturkette bleibt gültig, aber `result_hash` kann dann nicht mehr gegen den Inhalt geprüft werden — das ist der bewusste Trade-off aus der DSGVO-Löschbarkeit.
### 4.6 Agentenregistrierung — zusätzliche Datenquellen-Berechtigungen
```sql
CREATE TABLE agent_data_source_scopes (
agent_id TEXT NOT NULL REFERENCES agents(agent_id),
data_source_id TEXT NOT NULL REFERENCES data_sources(data_source_id),
resource TEXT NOT NULL,
allowed_filters TEXT[] NOT NULL,
operation TEXT NOT NULL CHECK (operation IN ('read')),
requires_user_context BOOLEAN NOT NULL DEFAULT TRUE,
PRIMARY KEY (agent_id, data_source_id, resource, operation)
);
```
Der Session Scope Token Service konsultiert diese Tabelle UND OPA (für feinere Regeln). `requires_user_context = TRUE` erzwingt, dass der Scope-Token nur mit aktiver Benutzer-Session ausgestellt wird (verhindert hintergründige Lesezugriffe ohne Benutzer).
## 5. Verifikation
```
POST /api/v1/attestations/verify
Authorization: Bearer <service-token>
Content-Type: application/json
{
"workflow_id": "WF-0042",
"artifact_digest": "sha256:<final hash>",
"requested_action": "expense.post",
"target": "sink:expense-db-app"
}
```
Prüfungen (vollständig):
| Prüfung | Fehlerfall |
| -------------------------------------------------------------------- | --------------------- |
| Signatur der Benutzerfreigabe gültig (Schlüssel zur `issued_at`)? | Ablehnen |
| Content-Binding-Assertion in der Approval-Attestierung vorhanden? | Ablehnen |
| Benutzeridentität im Pocket-ID-JWKS auflösbar? | Ablehnen |
| Freigabe gültig, nicht widerrufen, nicht abgelaufen? | Ablehnen |
| Alle in Approval referenzierten Query Attestations existieren und sind gültig signiert? | Ablehnen |
| Datenquellen zur Query-Zeit registriert und Agent berechtigt? | Ablehnen |
| Query-Materialien konsistent mit den im Freigabeinhalt verwendeten Werten? | Ablehnen |
| `target` in Sink Registry und `allowed_actions` erlaubt die Aktion? | Ablehnen |
| `target` in `approval.allowed_sinks` enthalten? | Ablehnen |
| Alle Agentensignaturen gültig gegen `agent_keys` zur `issued_at`? | Ablehnen |
| Agenten zum Signaturzeitpunkt registriert und berechtigt? | Ablehnen |
| Input-/Output-Hashes der Materialien-Kette konsistent? | Ablehnen |
| Alle in Transform-Attestierungen referenzierten `read_materials` existieren? | Ablehnen |
| Transformationen laut Freigabe zulässig? | Ablehnen |
| Schema-Versionen kompatibel? | Ablehnen |
| Nutzlast entspricht freigegebener Geschäftssemantik (OPA)? | Ablehnen |
| `payload_hash` bereits für `target` übergeben? | Keine erneute Übergabe |
### 5.1 Replay-Schutz (verbindlich, unverändert)
- `decision_id` enthält `decision_nonce`, Lebensdauer 5 Minuten.
- Bindung an `(agent_id, payload_hash, target)`.
- Verification Service: `UNIQUE (payload_hash, target)` in `decisions`.
- Jeder Senken-Adapter führt eigene Replay-Tabelle `sink_decision_log`.
- Scope-Tokens (für Reads) haben eigene `jti` und `exp`; Replay-Schutz pro Datenquelle: UNIQUE `(data_source_id, jti)` in einer kleinen `scope_token_log`-Tabelle beim Adapter (optional — die kurze TTL deckt den Normalfall).
## 6. Berechtigungssteuerung mit Open Policy Agent
OPA deckt **drei Policy-Klassen** ab:
1. **Transformation-Policies** — welche Agenten dürfen welche Transformationen auf welchen Schemas durchführen? (unverändert aus V1.0)
2. **Senken-Policies** — welche Agenten dürfen welche Senken für welche Aktionen nutzen? (aus V1.1 Erstfassung)
3. **🆕 Datenquellen-/Scope-Policies** — welche Agenten dürfen welche Lesezugriffe im Namen welcher Benutzer durchführen?
Beispiel-Regeln für Datenquellen:
- Agent-Travel darf `ds:expense-db-app` → `project_assignments` lesen, aber nur gefiltert nach `employee_id` des aktuellen Benutzers (keine fremden Zuweisungen).
- Agent-Sink-Mapping darf `ds:expense-db-app` → `account_assignments` lesen, aber nur für Projekte, die aus einer vorherigen Query Attestation desselben Workflows stammen.
- Agent-Travel darf `ds:hr-system` → `employee_profile` NUR mit `requires_user_context=TRUE` und nur die Felder `name`, `cost_center`, nicht `salary`.
- Agenten dürfen keine Datenquellen abfragen, deren `retired_at IS NOT NULL`.
Rego-Policies werden zentral versioniert; die zum Entscheidungszeitpunkt verwendete Policy-Version wird in der Query Attestation bzw. Decision mit abgelegt.
### 6.1 Fachliche Integritätsprüfung — Schema-Versionierung (verbindlich)
Kanonische und Senken-/Quellen-spezifische Zielschemas liegen versioniert in `schemas/` im Repo. Approval signiert `schema.name` und `schema.version` mit. Transform- und Query-Attestierungen tragen ebenfalls `schema`-Felder. Schema-Änderungen sind Breaking Changes und erfordern eine neue Hauptversion.
## 7. Senken-Integration
(unverändert gegenüber V1.1 Erstfassung — Vertrag in 7.0, Beispiele 7.1–7.5)
### 7.0 Vertrag jedes Senken-Adapters
Jeder Adapter MUSS: verifizieren (`/api/v1/attestations/verify`), idempotent sein (`sink_decision_log` mit `UNIQUE (decision_id)` und `UNIQUE (payload_hash)`), Audit-Mindestdaten speichern, Übergabenachweis zurückgeben, Fehlerpfad definieren, serverseitige Business-ID-Mapping-Hoheit wahren.
### 7.1 SAP S/4HANA (später)
Siehe V1.1 Erstfassung. Phase-6-Senke, nicht Phase 4.
### 7.2 Eigene DB-App (Phase 4 — ERSTER produktiver Rollout, kombinierter Lese- und Schreibpfad)
Die eigene DB-App ist **gleichzeitig Datenquelle (`ds:expense-db-app`) und Senke (`sink:expense-db-app`)**. Ein gemeinsamer Go-Service deployed als `expense-db-adapter` mit Backing-Store `expense-db-postgres`.
Endpunkte (Beispiel):
```
# Datenquellen-Seite (Reads)
GET /api/v1/project_assignments?employee_id=<EMP>
GET /api/v1/account_assignments?project_code=<P>
GET /api/v1/cost_centers?active=true
# Senken-Seite (Writes)
POST /api/v1/expense/submit # Erst-Buchung
POST /api/v1/expense/update # Nachbuchung (optional, pro OPA-Policy)
```
Alle Reads erwarten `Authorization: Bearer <session-scope-token>`. Alle Writes erwarten `Authorization: Bearer <agent-pocket-id-token>` und rufen Verification Service.
Datenmodell (vereinfacht):
```sql
CREATE TABLE project_assignments (
id BIGSERIAL PRIMARY KEY,
employee_id TEXT NOT NULL,
project_code TEXT NOT NULL,
valid_from DATE NOT NULL,
valid_to DATE,
UNIQUE (employee_id, project_code, valid_from)
);
CREATE TABLE account_assignments (
id BIGSERIAL PRIMARY KEY,
project_code TEXT NOT NULL,
cost_center TEXT NOT NULL,
gl_account TEXT NOT NULL,
valid_from DATE NOT NULL,
valid_to DATE
);
CREATE TABLE cost_centers (
cost_center TEXT PRIMARY KEY,
display_name TEXT NOT NULL,
active BOOLEAN NOT NULL DEFAULT TRUE
);
CREATE TABLE expenses (
workflow_id TEXT PRIMARY KEY,
employee_id TEXT NOT NULL,
project_code TEXT NOT NULL,
cost_center TEXT NOT NULL,
currency TEXT NOT NULL,
total_amount NUMERIC(12,2) NOT NULL,
payload_hash TEXT NOT NULL,
decision_id TEXT UNIQUE NOT NULL,
approval_id TEXT NOT NULL,
original_user_sub TEXT NOT NULL,
posted_by_agent TEXT NOT NULL,
created_at TIMESTAMPTZ NOT NULL DEFAULT NOW()
);
CREATE TABLE sink_decision_log (
decision_id TEXT PRIMARY KEY,
payload_hash TEXT UNIQUE NOT NULL,
sink_record_ref TEXT NOT NULL,
posted_by_agent TEXT NOT NULL,
created_at TIMESTAMPTZ NOT NULL DEFAULT NOW()
);
```
Der Adapter prüft bei jeder Lese-Anfrage: Scope-Token signiert durch trust-api, Resource und Filter aus Scope-Token decken Request-Resource und -Filter, `exp` nicht abgelaufen. Danach führt er die Abfrage aus und erzeugt die Query Attestation.
### 7.3–7.5 Weitere Senken-Typen (HTTP-Webhook, Message-Queue, Dateiablage) — unverändert aus V1.1 Erstfassung.
### 7.6 Welchen Adapter wo deployen? — unverändert.
## 7a. Datenquellen-Integration
### 7a.0 Vertrag jedes Datenquellen-Adapters
Jeder Datenquellen-Adapter MUSS:
1. **Scope-Token verifizieren** — Signatur gegen trust-api-JWKS, `exp` nicht abgelaufen, Scope deckt den Request (`data_source`, `resource`, `filters`, `operation`), `jti` noch nicht verbraucht (sofern Replay-Schutz aktiv).
2. **Query ausführen** mit genau den im Scope-Token enthaltenen Filtern — keine Erweiterung erlaubt.
3. **Query Attestation signieren** mit eigenem Adapter-Schlüssel.
4. **PII-Anteil der Rückgabe in den PII-Store schreiben**, Ergebnis-Hash in die Attestation stellen.
5. **An Agent zurückliefern** — Rückgabe-Payload (für die unmittelbare Nutzung) PLUS die Query Attestation (für die spätere Verwendung in Approvals/Transforms).
6. **Audit-Zeile schreiben** — `(workflow_id, session_id, agent_id, user_sub, data_source_id, resource, filters, result_hash, created_at)`.
### 7a.1 Beispiel: Eigene DB-App als Datenquelle
Siehe 7.2 (kombiniert mit Senken-Seite).
### 7a.2 Beispiel: HR-System via HTTP-API
Externer HR-Dienst (OData/REST). Datenquellen-Adapter läuft in unserem Cluster, kapselt das Backend-Secret, mappt zwischen externem Schema und `data_source_resources`-Schema. OPA-Policy kann einzelne Felder (z.B. `salary`) ausschließen.
### 7a.3 Beispiel: SAP OData-Read
Später, parallel zur SAP-Senken-Anbindung. Dann ist SAP sowohl `ds:sap-s4hana-prod` als auch `sink:sap-s4hana-prod`.
## 8. Nachweisablage und Transparency Log
### 8.1 Scope und Retention
Default-Retention: 1 Jahr. Attestierungen, Decisions, Query Attestations und zugehörige Schlüsselhistorie werden danach automatisiert gelöscht. Konfigurierbar pro Prozess-Typ, Senke und Datenquelle.
### 8.2 Datenklassen
| Daten | Speicherung |
| --------------------------------------- | ---------------------------------------- |
| Prozessstatus, Identitäten, Referenzen | PostgreSQL (`trust-postgres`) |
| Senken- und Datenquellen-Registry | PostgreSQL (`trust-postgres`) |
| Signierte Attestierungen (DSSE) | S3 Object Storage |
| Transparency-Log-Einträge + Proofs | Trillian + PostgreSQL |
| Geschäftsdaten + Query-Ergebnisse mit PII | PII-Store (separater S3-Bucket, redaktionierbar) |
| Signatur- und Schlüsselhistorie | Agent Registry (Postgres), max 1 Jahr |
| Policy-Versionen | Git-versioniert, Hash in Attestations |
| Senken-Übergabenachweise | S3 + `sink_decision_log` je Senke |
Query-Ergebnisse mit PII landen immer im PII-Store. Löschung dort invalidiert *nicht* die Signaturkette, nur die Nachkontrolle der Ergebnisse.
### 8.3 Trillian + PostgreSQL (unverändert)
Append-only Merkle-Log mit Inclusion Proofs. Cassandra ist dafür ungeeignet (siehe V1.1 Erstfassung).
## 9. Deployment in Kubernetes
```
identity/
pocket-id
agent-trust/
trust-api (Approval + Session Scope Tokens + Attestation + Agent Registry + Sink Registry + Data Source Registry + Verification)
signing-service (eigenes Deployment, enge Trust-Boundary)
policy-engine (OPA)
trust-postgres
trillian-log
transport/
nats (JetStream)
paperclip/
paperclip
agent-travel
agent-sink-mapping
agent-sink-posting
sinks-and-sources/
expense-db-adapter (für ds:expense-db-app UND sink:expense-db-app)
expense-db-postgres
# später: webhook-adapter, queue-adapter, file-adapter
# später: hr-api-adapter (nur Datenquelle)
# SAP-Adapter läuft als ABAP im SAP-System
openbao/
openbao
matrix/ (optional, Phase 6)
```
### 9.1 Workload-Identitäts-Prüfung (doppelt, unverändert)
Signing Service und Session Scope Token Service verifizieren beide: Pocket-ID-Access-Token UND projected K8s ServiceAccount-Token. Nur bei übereinstimmendem `agent_id` wird signiert bzw. ein Scope-Token ausgestellt.
## 10. Implementierungsreihenfolge
**Phase 1 — End-to-End-Skelett (3–5 Wochen).**
Pocket ID als IdP, Approval Service mit Content Binding, ein Testagent, Signing Service mit doppelter Identitätsprüfung, Verification Service für zweistufige Kette, triviale Mock-Senke (`sink:dummy-sink`). Noch ohne Lesepfad.
**Phase 2 — Agent Attestations + Lesepfad (Minimum).**
Weitere Agenten, Schlüsselrotation, in-toto-Transformationsnachweise, **Session Scope Token Service, Data Source Registry, erste triviale Datenquelle (`ds:dummy-ds`), Query Attestations**, OPA-Policies in Rego (Transformation + Datenquelle), Policy-Versionierung.
**Phase 3 — Replay-Schutz, Transparency Log, Retention.**
Trillian-Deployment, Decision-Nonce-Mechanik, Retention-Cron-Jobs, PII-Store-Trennung inkl. Query-Result-PII.
**Phase 4 — Eigene DB-App als kombinierte Quelle und Senke (erster produktiver Rollout).**
`expense-db-adapter` + `expense-db-postgres`, mit `ds:expense-db-app` (Reads auf `project_assignments`, `account_assignments`, `cost_centers`) und `sink:expense-db-app` (Writes auf `expenses`). Vollständiger produktiver Reisekostenprozess: Chat-Agent liest Projektzuweisungen, Benutzer wählt und bestätigt per Passkey, Mapping-Agent liest Kontierungsvorschläge, Posting-Agent schreibt — alles kryptografisch verkettet, prüfbar, mit 1-Jahres-Retention.
**Phase 5 — Weitere Senken-/Datenquellen-Typen.**
HTTP-Webhook-Adapter, Message-Queue-Adapter, File-Adapter, erste externe Datenquelle (z.B. HR-API).
**Phase 6 — SAP-Integration.**
SAP S/4HANA als Senke (ABAP-Endpoint, Validierungs-Webservice, SM59-Rotation) und ggf. als Datenquelle (OData-Reads via Adapter).
**Phase 7 — Matrix für Mensch-Chat (optional).**
E2EE-Chat.
## 11. Was bewusst anders ist als in V1.0
- Zwei Pfade (Schreib- und Lesepfad), beide über denselben Trust-Core.
- Datenquellen und Senken sind symmetrische Konzepte mit festem Adapter-Vertrag.
- Session Scope Tokens machen Delegation „Agent im Auftrag von Benutzer" explizit und auditierbar.
- SAP ist eine mögliche Senke/Quelle, nicht das Ziel. Erster produktiver Rollout ist eigene DB-App.
- Matrix ist optional, Phase 7.
- Transparency Log ist eigene Komponente (Trillian).
- Signing Service ist eigenes Deployment ab Tag 1.
- PII-Store strikt getrennt vom Evidence Store, inkl. Query-Result-PII.
- Keine Unveränderbarkeits-/GoBD-Garantien.
- Pocket ID ist alleiniger IdP.
## 12. Empfohlener Kernstack (Zielbild)
| Identität | Pocket ID (Menschen + Agent-Clients) |
| ------------- | ------------------------------------------------------------------- |
| Workload-ID | K8s projected ServiceAccount Token + TokenReview |
| Delegation | Session Scope Tokens (JWT mit `act`-Claim, 5-Min-TTL) |
| Signaturen | Ed25519 / DSSE, OpenBao Transit |
| Provenienz | in-toto v1, predicate-Namespace `basicstack.de/attestations/*/*` |
| Autorisierung | OPA (Rego) + Approval Service — drei Policy-Klassen (Transform/Senke/Datenquelle) |
| Transparency | Trillian + PostgreSQL |
| Transport | HTTPS/mTLS + NATS JetStream (Agent↔Agent); Matrix optional (Mensch) |
| Agenten | Paperclip |
| Senken | Plug-in-Architektur — erster Rollout: eigene DB-App. Später SAP, Webhook, Queue, Dateiablage |
| Datenquellen | Plug-in-Architektur — erster Rollout: eigene DB-App (gleicher Adapter wie Senke). Später HR-API, SAP OData u.a. |
| Evidence | PostgreSQL + S3 (Retention 1 Jahr) |
| PII | Separater verschlüsselter S3-Bucket, redaktionierbar (inkl. Query-Result-PII) |
**Wichtigste Empfehlung:** Phase 1–3 bauen den Trust-Core samt Lesepfad mit Mock-Komponenten. **Phase 4 ist der erste produktive Durchlauf** mit eigener DB-App als kombinierter Quelle und Senke. SAP und externe Datenquellen folgen in Phase 6.